Smartphone – wie wäre der Alltag ohne Handy?

Ohne Smartphone – echt jetzt?
Mal unter uns… wann hast du das letzte Mal das Haus verlassen, ohne vorher zu kontrollieren, ob du dein Smartphone dabei hast? Fehlt das kleine Ding in der Hosentasche, setzt innerhalb weniger Sekunden eine leichte Panik ein. Man klopft sich hektisch auf die Taschen, dreht noch einmal um und sucht das ganze Haus ab. Dabei wollte man nur schnell zum Bäcker. Aber ohne Smartphone – unmöglich.
Schon verrückt, oder? Vor zwanzig Jahren wäre das völlig anders gewesen. Da bist du einfach losgegangen. Niemand wusste, wo du gerade bist. Heute fühlt sich schon der Weg zum Briefkasten unvollständig an, wenn das Smartphone nicht dabei ist.
Telefon – früher einfach nur ein Telefon
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ein Handy wirklich nur zum Telefonieren da war. Und vielleicht hin und wieder eine SMS schreiben. Fotos? Internet? Navigation? Fehlanzeige. Wenn einer damals gesagt hätte, dass wir irgendwann mit dem Telefon bezahlen, Reisen buchen, Fahrkarten kaufen und sogar unsere Haustür öffnen würden, hätte man ihn wahrscheinlich freundlich gefragt, ob es ihm gut geht. Aber nicht genug, heute kannst du mit diesem Smartphone schon mehr machen, als wir es jemals für möglich gehalten hätten. Ja, wir „Alten“ können uns noch gut daran erinnern. Telefon mit Schnur und Wählscheibe, oder 20 Pfennig griffbereit für die Telefonzelle.
Heute steckt praktisch das halbe Leben in diesem kleinen Gerät. Telefonnummern kennt kaum noch jemand auswendig. Früher konnte ich die Nummer meiner Eltern, meiner Großeltern und von drei Freunden aufsagen. Heute kennen wir vielleicht sogar nicht mal unsere eigene Festnetznummer. Wozu auch? Das Smartphone weiß sie schließlich. Wie wird das Wetter heute und die nächsten Tage? Oder die Frage: Wie fit bin ich heute? Wo ist mein Kumpel? Online-Banking? Alles kein Problem mehr.
Auch im Job – ohne Diensthandy geht ja fast nix mehr. Immer erreichbar, immer im Dienst. Den Chef freut es halt.
Google – ohne zu googeln wissen wir nix mehr
Neulich saßen wir mit ein paar Leuten zusammen. Irgendjemand fragte, wie hoch eigentlich der Eiffelturm ist. Früher hätte jetzt jeder geraten oder wir hätten ein Quiz draus gemacht. Einer hätte 250 Meter gesagt, der Nächste 400 und irgendeiner hätte steif und fest behauptet, er sei schon oben gewesen und wüsste das ganz genau. Und schon wären wir in einer Diskussion gewesen.
Heute? Keine zehn Sekunden später zieht einer sein Handy aus der Tasche. Zwei Finger aufs Display, einmal kurz gewischt und schon ist die Diskussion beendet. Fertig. Irgendwie schade. Früher wurde wenigstens noch ein bisschen gestritten. Heute gewinnt immer Google.
Smartphone – irgendwie bestimmt es den Tagesablauf
Es fängt morgens schon an. Der Wecker klingelt auf dem Handy. Danach werden kurz die Nachrichten gelesen. Anschließend ein Blick aufs Wetter. Vielleicht noch schnell die E-Mails. Dann WhatsApp. Irgendwo dazwischen wollte man eigentlich nur aufstehen. Ach ja, wie fit sind wir? Wie haben wir geschlafen? Auch diese App haben wir ja.
Unterwegs zeigt das Handy den Weg, erinnert an Termine und zählt sogar die Schritte. Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob ich ohne dieses Gerät überhaupt noch wüsste, wann ich Geburtstag habe oder wo ich mein Auto geparkt habe.
Selbst beim Einkaufen geht ohne Smartphone oft nichts mehr. Einkaufsliste, Rabatt-App, Kundenkarte und manchmal sogar das Bezahlen – alles läuft über dieses eine Gerät.
Restaurant – jeder schaut auf’s Smartphone
Das fällt mir inzwischen immer häufiger auf. Vier Menschen sitzen an einem Tisch. Das Essen kommt. Früher wurde einfach angefangen. Heute wird erst einmal fotografiert. Von allen Seiten. Danach landen die Bilder irgendwo im Internet, bevor überhaupt der erste Bissen gegessen wurde.
Noch kurioser wird es, wenn plötzlich Ruhe einkehrt. Nicht weil keiner etwas zu erzählen hätte. Nein. Jeder schaut auf sein eigenes Display. Da sitzen Menschen zusammen und unterhalten sich gleichzeitig mit fünf anderen Personen, die gar nicht im Raum sind. Verrückte Welt.
Akku – das wichtige Teil des Smartphone
Es gibt inzwischen kaum etwas, das mehr Unruhe auslösen kann als ein Akku mit fünf Prozent. Plötzlich wird das Ladekabel wichtiger als der Autoschlüssel. Steckdosen entwickeln sich zu kleinen Schatzkammern und jeder freut sich heimlich, wenn irgendwo ein freier USB-Anschluss auftaucht.
Früher war das größte Problem, ob genug Kleingeld für die Telefonzelle in der Tasche war. Heute reicht schon ein rotes Batteriesymbol und die Stimmung kippt schlagartig. Ich ertappe mich selbst dabei. Sobald der Akkustand unter zwanzig Prozent fällt, werde ich nervös. Dabei fahre ich doch nur zwanzig Minuten einkaufen.
Smartphone Pause – gar nicht so schlecht
Natürlich möchte ich mein Smartphone nicht mehr missen. Dafür ist es einfach zu praktisch. Navigation, Kamera, Nachrichten, Bank, Fahrkarten, Musik – alles in einem Gerät. Das Leben ist dadurch in vielen Bereichen tatsächlich einfacher geworden.
Trotzdem frage ich mich manchmal, ob wir nicht ein abhängig geworden sind. Früher stand man an der Bushaltestelle und hat die Leute beobachtet. Heute beobachten alle nur noch ihr Display. Im Wartezimmer wurde früher eine Zeitschrift gelesen. Jetzt wird gescrollt. Selbst im Aufzug schaffen es manche Menschen nicht, zwanzig Sekunden ohne Handy auszukommen.
Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, das Smartphone hin und wieder einfach zu Hause liegen zu lassen. Nicht für immer. Aber vielleicht für einen kleinen Spaziergang. Einfach mal wieder die Umgebung anschauen, statt den Bildschirm. Wobei… wenn ich ehrlich bin, würde ich wahrscheinlich nach hundert Metern wieder umdrehen.
Nicht, weil ich jemanden anrufen muss, sondern weil ich wissen möchte, wie viel Uhr es ist, wie das Wetter morgen wird und ob mir vielleicht schon jemand eine Nachricht geschrieben hat.
Tja… genau das meine ich. Das Smartphone ist längst kein Telefon mehr. Es ist Kalender, Fotoalbum, Notizzettel, Taschenlampe, Landkarte, Geldbörse, Radio, Zeitung, Fitness-Checker, Tracking, Online-Banking und manchmal sogar der bessere Gesprächspartner. Irgendwann haben wir aufgehört, das zu merken. Heute nehmen wir es einfach überall mit hin. Selbst aufs Sofa oder ins Bett. Und ganz ehrlich? Wenn ich jetzt losmüsste und das Handy läge noch auf dem Küchentisch… ich würde wahrscheinlich auch noch einmal umdrehen.

