Digitalisierung verändert jeden Arbeitsplatz

Arbeitswelt verändert sich rasant – wer hätte daran gedacht
Mal ehrlich … Wenn mir vor dreißig Jahren jemand erzählt hätte, dass wir einen Großteil unseres Arbeitstages vor Bildschirmen verbringen würden, hätte ich ihn wahrscheinlich gefragt, ob er zu viele Science-Fiction-Filme gesehen hat. Damals stand auf dem Schreibtisch ein Telefon, daneben ein Kalender aus Papier, und es lag ein Kugelschreiber, der grundsätzlich genau dann verschwunden war, wenn man ihn dringend brauchte. Wer etwas wissen wollte, ging zum Kollegen ins Büro und griff zum Telefonhörer. Wer ein Dokument verschicken musste, lief zum Faxgerät.
Ja, und dann im Laufe der Zeit – der erste Computer, eine große Kiste. Langsam wie ’ne Schnecke – kaum ohne EDV-Kenntnisse zu bedienen.
Heute sieht ein Arbeitsplatz vollkommen anders aus. Zwei Monitore sind fast schon Standard. Dazu kommen Laptop, Smartphone, Headset und Programme, deren Namen sich kein Mensch merken kann. Alleine das Anmelden ist fast schon wie im Pentagon. Benutzername, Passwort, Zwei-Faktor-Anmeldung, Sicherheitscode aufs Handy und noch schnell bestätigen, dass man wirklich man selbst ist. Nach fünf Minuten hat man sich erfolgreich in sieben verschiedene Programme eingeloggt und fühlt sich, als hätte man bereits einen halben Arbeitstag hinter sich.
Chef kam persönlich ins Büro – das waren noch Zeiten
Kaum ist der Computer hochgefahren, beginnt der tägliche Wettlauf. Das E-Mail-Postfach meldet zwanzig neue Nachrichten. Das Kalenderprogramm erinnert an drei Termine und auch an diejenigen, die wir vergessen haben. Ein Chatprogramm blinkt ununterbrochen und möchte dringend Aufmerksamkeit. Gleichzeitig erscheint unten rechts die freundliche Meldung: „Ein Update steht bereit.“ Natürlich genau jetzt.
Leute, mal unter uns – manchmal frag’ ich mich ernsthaft: Wo führt das noch hin? Früher haben wir morgens alle Aufgaben geplant. Heute scheint der Bildschirm zu entscheiden, womit der Tag beginnt. Kaum ist eine Nachricht beantwortet, kommen schon zwei neue dazu. Es ist ein wenig wie beim Schneeschippen während eines Schneesturms. Kaum hast du vorn alles freigeräumt, liegt hinten schon wieder eine neue Schicht.
Multitasking ist heute gefragt
Digitalisierung bedeutet oft auch, dass alles gleichzeitig passiert oder passieren muss. Während du eine E-Mail schreibst, klingelt das Telefon. Im selben Moment ploppt eine Nachricht vom Kollegen auf. Dann erinnert dich der Kalender an eine Besprechung, die in fünf Minuten beginnt. Zwischendurch fragt noch jemand, ob du kurz Zeit hast.
Das Lustige ist, dass dieses »kurz« meistens mindestens zwanzig Minuten dauert. Anschließend sitzt man wieder vor dem Bildschirm und überlegt erst einmal, woran man eigentlich gearbeitet hat. Irgendwo war doch gerade noch eine Tabelle offen. Vielleicht auch eine Word-Datei? Nach kurzer Suche stellt man fest, dass inzwischen vierzehn Fenster geöffnet sind. Natürlich, genau das Fenster, das man braucht, ist ganz hinten.
Papier – braucht niemand, heute alles digital
Es gab Zeiten, da bestanden Büros gefühlt nur aus Ordnern. Blaue Ordner, schwarze Ordner, dicke Ordner und diese ganz schmalen, die trotzdem nie das enthielten, was man gerade suchte. In jedem Regal standen Akten bis unter die Decke. Und alle fein säuberlich beschriftet.
Heute passt derselbe Inhalt auf eine kleine Festplatte. Ja, echt, eigentlich eine großartige Entwicklung.
Heute ist in Verzeichnissen alles Mögliche abgelegt. Da gibt es Ordner mit Namen wie „Neu“, „Neu2“, „Neu endgültig“, „Endgültig Final“, „Final wirklich endgültig“ und „Bitte diese Version verwenden“. Irgendwann öffnet man natürlich genau die falsche Datei und arbeitet eine Stunde lang an einer Version, die längst niemand mehr benutzt.
Auch die Suchfunktion entwickelt manchmal einen erstaunlichen Sinn für Humor. Du gibst einen Begriff ein, weil du wieder mal was suchst, und du bekommst 842 Treffer. Natürlich ist die gesuchte Datei nicht dabei. Fünf Minuten später findest du sie zufällig in einem Ordner, in dem sie überhaupt nichts zu suchen hat.
Homeoffice – stellt das Arbeitsleben komplett auf den Kopf
Die Digitalisierung hat aber nicht nur den Arbeitsplatz verändert, sondern auch den Ort, an dem gearbeitet wird. Früher bedeutete Arbeit, dass man morgens ins Auto stieg und zur Firma fuhr. Heute reicht oft ein kurzer Gang ins Arbeitszimmer daheim. Ganz locker und entspannt, in T-Shirt und Jogginghose.
Anfangs fanden viele das großartig. Kein Berufsverkehr, keine Parkplatzsuche und morgens eine Stunde länger schlafen. Das hat durchaus seine Vorteile. Nur irgendwann merkt man, dass der Weg zur Arbeit auch etwas Gutes hatte. Auf der Fahrt konnte man langsam im Kopf ankommen. Abends auf dem Heimweg ließ man den Arbeitstag hinter sich.
Heute klappt man einfach den Laptop zu und steht fünf Sekunden später in der Küche. Der Körper ist zwar zu Hause. Der Kopf arbeitet aber häufig noch weiter.
Videokonferenzen – interessant und spannend
Früher trafen sich alle im Besprechungsraum. Einer brachte Kaffee mit, jemand erzählte noch schnell einen Witz und dann ging es los.
Heute beginnt fast jedes Online-Meeting gleich.
„Hört ihr mich?“
Gefolgt von:
„Du bist stumm.“
„Jetzt hören wir dich.“
„Nein … jetzt wieder nicht.“
Kaum funktioniert der Ton, klingelt irgendwo ein Telefon. Beim nächsten läuft der Hund durchs Bild, einer hat vergessen, die Kamera auszuschalten, und irgendwo ruft plötzlich ein Kind laut durchs Haus. Offen gesagt finde ich das manchmal sogar sympathisch. Plötzlich merkt man, dass hinter jedem Kollegen auch ein ganz normales Leben steckt.
Trotzdem muss ich immer schmunzeln, wenn alle sich gleichzeitig verabschieden wollen. Jeder winkt in seine Kamera, keiner weiß so richtig, wann die Besprechung eigentlich vorbei ist, und am Ende sitzen doch noch zwei Leute alleine im Meeting, weil sie den roten Button nicht gefunden haben.
Digital und Technik sparen Zeit – aber auch mehr Tempo
Natürlich wäre es unfair, nur über die Nachteile zu sprechen. Die Digitalisierung hat unglaublich vieles vereinfacht. Informationen sind in Sekunden verfügbar. Dokumente müssen nicht mehr per Post verschickt werden. Besprechungen mit Menschen aus ganz Deutschland oder sogar anderen Ländern sind heute vollkommen normal. Vor dreißig Jahren wäre das kaum vorstellbar gewesen.
Gleichzeitig sorgt genau diese Geschwindigkeit aber auch dafür, dass ständig Neues nachkommt. Früher benötigte ein Brief zwei Tage. Heute ist eine E-Mail nach wenigen Sekunden da und oft wird erwartet, dass sie genauso schnell beantwortet wird.
Die Technik spart Zeit. Wir füllen diese gewonnene Zeit allerdings sofort wieder mit neuen Aufgaben.
Digitalisierung – ohne geht es nicht mehr
Egal ob Handwerksbetrieb, Arztpraxis, Behörde oder Industriebetrieb – heute arbeitet fast jeder mit digitalen Systemen. Rechnungen werden elektronisch erstellt, Termine online vergeben und Lagerbestände automatisch verwaltet. Selbst Berufe, die früher fast ausschließlich mit Werkzeug gearbeitet haben, kommen heute kaum noch ohne Tablet oder Smartphone aus.
Die Digitalisierung hat nahezu jeden Arbeitsplatz verändert. Manche Tätigkeiten sind einfacher geworden, andere deutlich komplexer. Viele Routinearbeiten erledigt inzwischen Software. Dafür müssen Mitarbeiter neue Programme kennenlernen und sich immer wieder auf Veränderungen einstellen. Ordner brauchen wir nicht – es gibt auch digitale Ablagesysteme.
Stillstand gibt es kaum noch. Das Tempo erhöht sich auch im Berufsleben rasant.
Der Mensch bleibt trotzdem unersetzlich
Bei aller Begeisterung für Technik sollte man aber eines nie vergessen: Der beste Computer kann keinen Kollegen ersetzen, der einem spontan hilft. Keine Software sorgt für gute Stimmung im Team und keine künstliche Intelligenz kann das freundliche Gespräch an der Kaffeemaschine ersetzen.
Am Ende sind es immer noch die Menschen, die einen Arbeitsplatz angenehm machen. Ein Chef, der zuhört. Kollegen, mit denen man auch mal lachen kann. Jemand, der fragt: „Kommst du mit zum Kaffee?“ Genau diese kleinen Momente sind oft wichtiger als jedes neue Computerprogramm.
Die Digitalisierung wird weitergehen. Daran besteht kaum ein Zweifel. Wahrscheinlich werden in den nächsten Jahren noch mehr Aufgaben automatisiert und noch mehr Prozesse digital erledigt. Das ist grundsätzlich auch gut so.
Trotzdem hoffe ich, dass wir bei all den Bildschirmen, Apps und Passwörtern eines nicht vergessen: Arbeiten besteht nicht nur aus Technik. Arbeiten besteht vorwiegend aus Menschen. Und ganz ehrlich… Wenn ich morgens die Wahl habe zwischen einem freundlichen „Guten Morgen“ vom Kollegen oder einer Meldung auf dem Bildschirm mit „Systemupdate wird installiert – bitte warten“, dann weiß ich ganz genau, was mir lieber ist.
Klar hat sich die technische Welt innerhalb kurzer Zeit rasant verändert. Ganz ehrlich – ich empfand es als immer spannend. Und trotz des etwas höheren Alters war ich immer interessiert – was so Neues läuft. Deshalb habe ich mich auch für die Erstellung von Websites mit Webhosting und WordPress interessiert. Trotzdem sind wir in Deutschland gegenüber vielen anderen Ländern, zum Beispiel Estland, etwas weiter zurück, und wir haben Nachholbedarf.


